Marine-Ehrenmal Laboe & U-Boot U 995
Zwischen Stahl, See und Geschichte:
Das Marine-Ehrenmal Laboe
Wer sich für Technik, Marinegeschichte und den Zweiten Weltkrieg interessiert, sollte das Marine-Ehrenmal Laboe unbedingt besuchen.
Nur wenige Kilometer von Kiel entfernt, an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins, erhebt sich das 72 Meter hohe Bauwerk über die Förde – ein Wahrzeichen deutscher Seefahrtsgeschichte.
Ein Monument mit Geschichte
Die Idee für das Ehrenmal entstand 1925, als der Deutsche Marinebund den Vorschlag erhielt, eine Gedenkstätte für die gefallenen Marinesoldaten des Ersten Weltkriegs zu errichten.
Der Grundstein wurde 1927 gelegt, und 1936 weihte man den gewaltigen Turm ein – 72 Meter hoch, gebaut aus Backstein, entworfen vom Architekten Gustav August Munzer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich die Bedeutung des Denkmals: Seit 1954 ist es den auf See gebliebenen Seeleuten aller Nationen gewidmet.
Wer die 341 Stufen oder den Aufzug zur Aussichtsplattform erklimmt, wird mit einem weiten Blick über die Kieler Förde belohnt – ein Panorama, das einst von strategischer Bedeutung war und heute zu den schönsten Aussichten der Ostsee zählt.

Das U-Boot U 995 – Geschichte aus Stahl
Direkt am Fuße des Ehrenmals liegt eines der bedeutendsten technischen Exponate Deutschlands: das U-Boot U 995, ein Boot vom Typ VII C/41, das 1943 gebaut und 1972 als Museumsschiff eröffnet wurde.
Mit seiner Länge von 67 Metern, den Diesel- und Elektromotoren und der originalen Inneneinrichtung zeigt es eindrucksvoll, wie eng, laut und gefährlich das Leben der U-Boot-Besatzungen im Krieg war.
Für Technik- und Geschichtsfans ist der Besuch Pflicht: Das Boot steht heute symbolisch für die Entwicklung der deutschen U-Boot-Technik und die Härte des Seekrieges.


Technische & architektonische Details
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Der Architekt des Turms war Gustav August Munzer. Er ließ sich laut eigenen Angaben nicht von einem konkreten Symbol leiten (z. B. Schiffsbug oder U-Boot-Turm), sondern von dem Gedanken „ein Bauwerk, mit der Erde und der See fest verwurzelt und gen Himmel steigend wie eine Flamme“.
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Über 341 Stufen führt eine Treppe bis zur Aussichtsplattform; alternativ stehen zwei Aufzüge zur Verfügung.
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Die historische Halle und die unterirdische Gedenkhalle bieten Ausstellungen zur deutschen Marinegeschichte, Modelle von Schiffen sowie ein Namensbuch der Gefallenen.
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Der U-Boot-Verband im Zweiten Weltkrieg wird durch das Museumsschiff erfahrbar: Mit einer Länge von ca. 67 m, einer Breite von ca. 6,2 m und Besatzungszahlen von rund 45 Mann zeigt das U 995 eindrucksvoll die Enge und Technik jener Zeit.
Warum ein Besuch sich lohnt
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Der Standort am Ufer der Kieler Förde macht die Verbindung von Marinegeschichte und Ostsee-Landschaft erlebbar.
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Technik-Fans können sich im U-Boot U 995 die historischen Maschinenräume, die Enge der Unterseeboot-Besatzung und Originaltechnik aus nächster Nähe anschauen.
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Der Turm mit seiner Plattform bietet eine spektakuläre Aussicht und zugleich ein Denkmal voller Symbolik und Geschichte.
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Für Leser mit Interesse an Marinegeschichte erzählt das Ehrenmal die Geschichte der deutschen Marine von Kaiserzeit über Weimar, NS-Zeit, Nachkrieg bis heute – und setzt dabei auch internationale Perspektiven.
Tipp: Am Vormittag ist das Licht über der Förde am schönsten, und die Besucherzahlen sind noch gering.

Info & Anreise:
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📍 Ort: Strandstraße 92, 24234 Laboe (Schleswig-Holstein)
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🕒 Öffnungszeiten: 1.April bis 31.Oktober: 10:00 – 17:30 Uhr
1.November bis 31.März: 10:00 – 16:00 Uhr
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🎟️ Eintritt: (Stand ab 1 Januar 2023)
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Erwachsene: 8 € (für das Marine-Ehrenmal)
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Ermäßigt (Schüler, Studenten, Soldaten): 6 €
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Kombi-Karte (Ehrenmal + U 995): Erwachsene 13 €
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Weitere kriegstechnisch & historisch interessante Orte rund um Kiel
1. U-Boot-Ehrenmal Möltenort (Heikendorf)
Nur 8 Kilometer von Laboe entfernt erinnert das U-Boot-Ehrenmal Möltenort an die gefallenen U-Boot-Fahrer beider Weltkriege.
Erbaut 1930, erneuert 1938, trägt das Denkmal die Namen von über 35.000 Gefallenen auf 116 Bronzetafeln. Eine Seeadler-Skulptur blickt mahnend über die Förde – ein stiller, eindrucksvoller Ort der Erinnerung.
📍 Adresse: U-Boot-Ehrenmal, 24226 Heikendorf Eintritt: frei
2. Schleusenanlage Kiel-Holtenau (Nord-Ostsee-Kanal)
Der Kaiser-Wilhelm-Kanal – heute Nord-Ostsee-Kanal – wurde 1887–1895 erbaut, um der Kaiserlichen Marine eine schnelle Verbindung zwischen Nord- und Ostsee zu ermöglichen.
Ein Jahrhundert später ist er immer noch eine technische Meisterleistung. Besucher können an der Aussichtsplattform Holtenau die Schleusentore und vorbeiziehenden Schiffe beobachten – ein faszinierendes Stück lebendiger Technikgeschichte.
📍 Adresse: Schleusenweg 1, 24159 Kiel Eintritt: frei
3. Bunker-D (Fachhochschule Kiel)
Ein ehemaliger Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, heute Ausstellungsraum und Mahnmal. Der Bunker-D zeigt wechselnde Ausstellungen zu Krieg, Propaganda und Erinnerungskultur.
📍 Adresse: Sokratesplatz 6, 24149 Kiel Eintritt: frei
4. Schiffahrtsmuseum Kiel (Warleberger Hof)
Wer tiefer in die Marine- und Schiffbaugeschichte eintauchen möchte, sollte das Schiffahrtsmuseum Kiel besuchen.
Hier gibt es historische Navigationsgeräte, Schiffsmodelle und Exponate aus der Zeit der Kaiserlichen Marine und Kriegsmarine zu sehen.
📍 Adresse: Wall 65, 24103 Kiel Eintritt: 4 €
🗺 Tagesvorschlag für Geschichtsinteressierte
| Uhrzeit | Ziel | Dauer | Highlight |
|---|---|---|---|
| 10:00 | Marine-Ehrenmal Laboe & U 995 | 2 h | Hauptbesuchspunkt |
| 12:30 | Mittagspause in Laboe | 1 h | Hafenblick & Fischgerichte |
| 13:45 | U-Boot-Ehrenmal Möltenort | 45 min | Ruhige Gedenkstätte |
| 15:00 | Schleusenanlage Holtenau | 1 h | Technik & Fotomotive |
| 16:30 | Bunker-D oder Schiffahrtsmuseum Kiel | 1 h | Historischer Abschluss |
Fazit: Marinegeschichte zum Anfassen
Wer an der Kieler Förde unterwegs ist, erlebt hier über ein Jahrhundert Marinegeschichte auf engstem Raum:
vom Ersten Weltkrieg über die U-Boot-Technik des Zweiten Weltkriegs bis zur modernen Marine.
Das Marine-Ehrenmal Laboe, das U 995 und die umliegenden Denkmäler machen Geschichte greifbar – mit Stahl, Beton und Seeluft.
Ein Ausflug, der zeigt, wie eng Ingenieurskunst, Seefahrt und Erinnerungskultur miteinander verwoben sind.

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